HANSESTADT SALZWEDEL

Salzwedels vorhansesche Zeit

Für die vorhansesche Zeit war der Handelsweg von Salzwedel nach Hamburg und Lübeck bekannt. Meistens benutzte man den Wasserweg. Die Kähne wurden auf der Jeetze entlang, entweder getreidelt oder gesegelt. Umschlagsplatz war Hitzacker, wo die Jeetze in die Elbe mündet. Der Salzwedeler Hafen befand sich neben dem einstigen Hanse-Handelshaus auf der Hohen Brücke, heute als Hansehof bezeichnet. Eine Straße trägt heute noch den Namen "Am Hafen".

Schon Ende des 12. Jahrhunderts gab es Handelverbindungen zu flandrischen Kaufleuten. Seit dieser Zeit soll Salzwedel hauptsächlich den Handelsverkehr und den Abschluss von Verträgen mit Nachbarstaaten vermittelt haben. Frühe Verbindungen haben zu Lübeck bestanden. So gab es 1299 einen Johann von Salzwedel als Ratsmann zu Lübeck. 1263 notifiziert der Rat zu Lübeck seinem Aldermann auf Gotland Salzwedel zur Teilnahme an der Vereinigung zu Wysby zuzulassen. Zum zollfreien Handel war auch sicheres Geleit zugesagt. Die Genossenschaft ließ sich auf der Insel Gotland nieder, dem Knotenpunkt der Ostseehandelswege. Auch Salzwedeler Kaufleute trieben Ostseehandel auf den Schonenschen Märkten. Andere Handelsverbindungen reichten nach Gent, Brügge, London und Bergen in Norwegen.

Gehandelt wurden im 13. und 14-. Jahrhundert Getreide, Heringe, Leinwand, Pech, Asche und Waid (eine Farbpflanze), Schweinefett, Blei und Zinn. Diese Handelsprodukte nennt die Hamburger Zollrolle.

Zinn und Kupfer stammen vom Zwischenhandel, der bis nach Böhmen betrieben wurde, denn Kaiser Karl IV. schuf in Salzwedel eine Niederlage für Eisen, Kupfer, Zinn sowie Blei. Weiterhin ist für das Jahr 1369 neben Leinwand, Kupfer und Becken (Schüsseln aus Metall), Korduan als Handelsprodukt bekannt.

Korduan war ein aus Bock- und Ziegenfellen gearbeitetes kleinnarbiges, sehr geschmeidiges Leder. Aus einer Übersicht des Jahres 1369 über den Gesamthandel (Ausfuhr) Hamburgs geht hervor, dass 28,8 Prozent der Gesamtausfuhr an Korduan aus Salzwedel stammten, weiterhin 13,3 Prozent der Leinwand und 8,2 Prozent Becken. Allerdings war Salzwedel in dem genannten Jahr an der Gesamtausfuhr nur mit 2 Prozent beteiligt.

Ein wesentliches Ausfuhrgut aus der Altmark war Getreide. So bezahlt ein Salzwedeler Kaufmann 1376 Tuche eines Hamburger Kaufmannes mit Roggen und Weizen. Den Handelsweg, die Jeetze, versprachen die Herzöge Bernhard und Heinrich von Lüneburg immer mehr schiffbar zu machen, auch, weil sie bei den Kaufleuten bedeutende Einnahmen erzielten. Andererseits verstand es das Bürgertum, insbesondere die Kaufleute, sich auf Grund seiner zunehmenden ökonomischen Selbständigkeit immer mehr von den markgräflichen Gebühren, Lasten und Pflichten zu befreien. Vor allem waren das Geleitsgelder, Zölle und Schutzgebühren der Marktbewohner. Den märkischen Städten war es gelungen, vom Grafen Adolf von Holstein 1236 eine Ermäßigung der Zölle in Hamburg zu erreichen. Von seinen Söhnen wird diese Ermäßigung 1262 bestätigt. Der Vertrag für die gesamten märkischen Städte wird von Salzwedel und Stendal abgeschlossen. Ein weiterer Zollvertrag wurde 1248 mit dem Herzog von Lauenburg erwirkt. Salzwedel selbst erhob gleichfalls Zoll und Geleitsgeld, was wiederum auf die Ökonomische und beginnende politische Selbständigkeit schließen lässt.

 
 
 
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