HANSESTADT SALZWEDEL |
Geschichte der Schützengilde auf der Neustadt Salzwedel
Die Errichtung einer Schützengilde auf der Neustadt fand nicht wenig Widerspruch. Die Altstadt schien allein im Besitz jenes Vorrechts bleiben zu wollen, allein die Sache gedieh zu einer Klage, welche für die Neustadt den glücklichsten Erfolg hatte. Der Kurfürst Joachim der Erste erörterte in einem Schreiben an den damaligen Rath der Altstadt, das im J.1510 zu Köln an der Spree ausgefertigt ward, die Wichtigkeit der Forderungen von Seiten der Neustadt. "Ihr mögt wohl ermessen, drückte er sich hierüber aus, dass es uns, so wie der Stadt zum Schaden gereicht, wenn das Schießen verhindert und nicht gefördert wird. Die Bürger, so damit umgehen sollen, kommen in Unrüstung und werden ungeschicklich, welches uns und auch der Stadt nicht leidlich." So bildetet sich auf der Neustadt eine eigene Gilde. Doch durfte die Altstadt zweimal nach einander schießen und nur der dritte Tag war für die Neustadt bestimmt. Über hundert Jahre verstrichen (denn seit 1584 hörte man nichts von der Geschäftigkeit der Gilde), ehe man von ihrem fortgesetzten Dasein etwas erfuhr. Die Ursachen mögen die ähnlichen sein, wie auf der Altstadt. Erst im J. 1695 ging die Neustädter Gilde mit ihrer Nebenschwester auf der Altstadt zugleich aus der Vergessenheit hervor. Sie ließ sich ihre von neuem entworfenen Gildeartikel durch den nachmaligen König Friedrich den Ersten förmlich bestätigen. Dem jedesmaligen Schützenkönig wurden dreißig Taler aus der Accisetasche ausgezahlt, von dieser Summe musste aber der Schützenkönig zehn Taler zu gleichen Anteilen unter die übrigen Mitgildebrüder verteilen. Der Aufzunehmende musste Gilden und Ämter gewinnen können, von ehrlicher Geburt sein und einen guten Ruf unter seinen Mitbürgern behaupten.
Quelle: Pohlmann
© 2008-2009 - Hansestadt-Salzwedel.com