HANSESTADT SALZWEDEL

Der Bismarckturm, auf dem schwarzen Berg, bei Salzwedel

„Es ziert die Nation in der Gegenwart und es stärkt die Hoffnung auf die Zukunft, wenn sie Erkenntnis für das Wahre und Große zeigt und wenn sie ihre Hochverdienten Männer feiert und ehrt. Heute, am 85. Geburtstag des verewigten Reichskanzlers, des Fürsten Otto von Bismarck, haben wir uns hier versammelt, um den großen Toten, sein Gedächtnis und seine Taten zu ehren durch die Weihe dieses Bauwerkes zu einem Bismarckturm. Wir aber, Hochverehrte Anwesende, wollen dem Turm die echte und rechte Weihe als Bismarckturm geben dadurch, dass wir an dieser Stätte an seinem Fuße das Gelöbnis ablegen, allezeit treu zu Kaiser und Reich zu stehen, festzuhalten und auszubauen die Errungenschaften Kaiser Wilhelms des Großen und seines gewaltigen Kanzlers, unseres Bismarcks.“


Der Bismarckturm wurde in den Jahren 1899 und 1900 auf dem Schwarzen Berg, in der Nähe der Stadt Salzwedel erbaut. Er wurde am 1. April 1900 feierlich eingeweiht.

Und so kam es damals:
Zur Ehrung des Alt-Reichskanzlers, Fürst Otto von Bismarck, der auf Grund seiner Verdienste vom Volk sehr verehrt wurde, erhoben sich kurz nach seinem Tode (30. Juli 1898) allenthalben im Deutschen Reich Türme, auf denen am 1. April, an seinem Geburtstage, Feuer entflammen sollen. Da man sich aber nicht auf einen gemeinsamen Tag der Befeuerung einigen konnte, setzte sich diese Idee nicht durch. So blieb die Befeuerung der Säulen uneinheitlich. Einige Feuer brannten an Bismarcks Geburtstag andere an seinem Todestag, weitere wurden zur Sommersonnenwende entfacht und wieder andere zum Sedanstag


Auch in Salzwedel bildete sich ein Ausschuss zur Vorbereitung eines solchen Baues, Bismarckbegeisterte Bürger aus Salzwedel gründeten im Sommer 1899 ein Bismarckturm-Komitee unter Leitung des Steuersekretärs Ernst Lohse. Man wählte als Standort den höchsten Punkt des Schwarzen Berges (75m NN), südlich der Stadt. Am 2. August 1899 begannen die Ausschachtungsarbeiten. Den Bau führte der Maurermeister Albert Strauchenbruch aus Salzwedel in etwa sechs Wochen aus. Die Oberleitung führte Kreisbaumeister Hartmann, der den Turm auch entworfen hatte. Weitere Arbeiten wurden von Kupferschmiedemeister Hermann Rossau (Kupferdach) sowie Karl Zwickhardt und Wilhelm Müller (Schlosserarbeiten) durchgeführt. Die Fenster aus Kantglas mit Bleieinfassungen fertigte Glasermeister Wilhelm Müller. Der Rohbau des Turmes war trotz schlechter Wasserversorgung bereits im Herbst 1899 beendet. Der Turm wurde bis zur 4m X 4m großen Plattform 19 Meter, bis zur Spitze 25 Meter hoch. Den Eingangsbereich erreicht man über 5 Steinstufen und über 2 flache Steinstufen den Eingang im Norden. Von dort aus gelangt man über eine linksdrehende Wendeltreppe mit 63 Steinstufen und eine rechtsdrehende Wendeltreppe mit 12 Stufen aus Eichenholz zur Plattform mit seitlich angebrachtem Erkertürmchen. Der Aussichtsturm mit abnehmbaren Feuerkorb, ist ein schöner Ziegelbau und weist den altmärker Baustil auf. Die 75 cm x 85 cm großen Sandsteinwappen über dem Turmeingang (Altmark-Bismarck) nebst 126 cm x 26 cm großen Inschrift:

„DEM FUERSTEN BISMARCK, DES GROSSEN KAISERS BIS IN DEN TOD GETREUEN DIENER“

waren Arbeiten des Bildhauers Oskar Mühle aus Perver. Die Kosten des Baus beliefen sich auf etwa 8000 Mark. Sie wurden durch Spendensammlungen (größte Einzelspende: 2.000 Mark von Consul Prüsse aus Brasilien, geboren in Salzwedel) und Unterstützungen von staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen gedeckt. Am Sonntag, 1. April 1900, wurde der Turm unter Beteiligung zahlreicher Zivil- und Militärvereine sowie tausender Einwohner aus Salzwedel und Umgebung eingeweiht. Nach Ansprache des Komiteevorsitzenden Ernst Lohse übergab er - nach drei Kanonenschüssen - den Bismarckturm an den Landrat des Kreises, Major a.D. Werner von der Schulenburg. Dieser hielt daraufhin eine markige Festrede. Dem Landrat wurde nach dieser Rede ein vergoldeter Turmschlüssel übergeben (von Goldarbeiter Schramm aus Salzwedel). Fast 900 Personen erstiegen den Turm, an dessen Eingang ein Kommando des Vereins ehemaliger Waffengefährten und der Sanitätskolonne die Ordnung aufrecht hielt. Nach Eintritt der Dunkelheit brannte die Feuerwehr auf dem Turm ein Feuer ab. Nach dem Rückmarsch fanden in den Lokalen "Tivoli" und "Odeon" Freikonzerte statt. Ein Festkommers im überfüllten Saal des "Odeon" beschloss abends die Feierlichkeiten. Der Bismarckturm wurde Anfang der 90er Jahre saniert und steht unter Denkmalschutz. Er ist ganzjährig geöffnet.

Quelle: zum Teil von bismarcktuerme.de

 

 

Sitemap | Impressum | Kontakt | E-Mail | Info

© 2008-2009 - Hansestadt-Salzwedel.com