HANSESTADT SALZWEDEL |
1642 - Der dreißigjährige Krieg in Salzwedel
In der ersten Zeit des dreißigjährigen Krieges waren Einquartierungen von Truppen die Hauptlast, die die Salzwedeler Bevölkerung zu tragen hatte. Zahlreiche Flüchtlinge aus Osterburg, Werben und Seehausen, Städten, die schlimm betroffen waren, kamen nach Salzwedel. Ein Chronist schrieb damals:
„Aller harten Bedingungen ungeachtet, waren die Salzwedeler bereitwillig die Flüchtlinge aufzunehmen, welche besonders aus Osterburg und Seehausen in tiefster Armut mit zerrissenen Herzen hier einwanderten.“
Folgen des Krieges waren zum Beispiel die Verteuerung von Lebensmittel. Die Einwohner mussten mit Kleie, Eicheln, sogar mit wilden Wurzeln ihr Leben fristen. Dazu gab es in Salzwedel eine furchtbare Pest, die viele Opfer forderte. 1615 - 1626 sind in der Neustadt Salzwedel allein 1455 Menschen gestorben. Von der Altstadt fehlen diese Angaben, da auch der Kirchenbuchschreiber verstorben war. Seit 1626 klagte die Stadt ständig beim Kurfürsten über den Bevölkerungsrückgang, durch den Abzug der Einwohner in fremde Länder und Städte. Schwerste Verluste erlitten die Einwohner Salzwedels, in deren Ländereien militärische Operationen abliefen. Salzwedel klagte 1627 beim Kurfürsten über diese Schäden in den Ländereien, durch das Errichten von Palisaden und Schanzwerken. Des Weiteren hatte die Stadt 40% der Kriegskontributionen der altmärkischen Städte zu tragen. Nach dem Krieg wurde ein Einwohnerverlust von 39,2% festgestellt. Vergleichsweise dazu betrug der Rückgang der Einwohnerzahlen in Gardelegen 30,2%, in Stendal 63,3%t, in Osterburg 67% und Werben um 69%. Aber auch nach dem Kriegsende nimmt die Bevölkerungszahl weiter ab. 1671 stellt die Stadt beim Kurfürsten vor, dass die Einwohnerzahl sehr heruntergekommen sei, weshalb der 4. Bürgermeister nicht gewählt werden konnte. Starke Stadtbrände, sowie in der Alt- als auch in der Neustadt brachten gravierende Veränderungen des Stadtbildes. Solche Stadtbrände, sind uns heute, aus den Jahren 1474, 1559, 1600, 1629, 1705 bekannt. Davon wurde als besonders verheerend der Brand um 1600 angegeben, der ein Viertel der Altstadt, unter anderem das alte Rathaus, erfasste. "Viele treffliche Urkunden wurden ein Raub der Flamme." Ebenfalls in der Altstadt tobte der Brand von 1705. Die Flammen wüteten in den Gebäuden neben der Burg und breiteten sich bis zur Chüdenstrasse, zur Mönchskirche, und zum Altpervertor aus. Fast die halbe Altstadt soll gebrannt haben.
Quelle: Broschüre zur 750 Jahrfeier

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