HANSESTADT SALZWEDEL |
Geschichte der Hanse
Ein genaues Gründungsdatum der Hanse als solches gibt es nicht. Die Ursprünge der Hanse gehen auf die erste Hälfte des 12. Jahrhundert zurück. Entstanden ist die Hanse in Reaktion auf die besondere Situation im mittelalterlichen Europa, speziell im Heiligen Römischen Reich; dazu gehörten u. a. die wachsende Anzahl freier Städte und die Entstehung von Zünften, das Fehlen einer starken Zentralgewalt in Deutschland, das Fortschreiten der deutschen Ostkolonisation, die Ausweitung des norddeutschen Handels mit England und den Festlandshäfen am Ärmelkanal und nicht zuletzt die Zunahme von Piraterie und Straßenräuberei entlang der Haupthandelsrouten. In der älteren Forschung wird als Gründungsjahr der Hanse gerne neben der Neugründung 1143 bzw. dem Wiederaufbau Lübecks im Jahre 1159 auch die erste überlieferte Erwähnung eines deutschen Kaufmannsbundes 1157 in einer Londoner Urkunde genannt. Nur wenig später (1161) erhielten deutsche Kaufleute auch in Visby auf der Ostseeinsel Gotland Handelsprivilegien. Dieser Zusammenschluss der Gotlandfahrer war die erste Vorstufe der Hanse, die, auch bedingt durch die Städtegründungen im Rahmen der Ostkolonisation, sich zunächst auf den Ostseeraum konzentrierte; beispielsweise kam gegen Ende des 12. Jahrhunderts ein Handelsvertrag mit Nowgorod zustande. Auf ihrem Höhepunkt war die Hanse nicht nur eine bedeutende Wirtschaftsmacht in Europa, sie war gleichzeitig auch ein wichtiger politischer Faktor. Wirksamste Waffe dieses Bundes war die „Verhansung”, die Handelsblockade eines Hafens oder eines Landes. Der Machtverlust der Hanse begann mit dem Erstarken der landesherrlichen Territorialgewalten im Ostseeraum, wodurch sich die Städte in stärkerem Maße den Interessen der regierenden Fürsten unterordnen mussten. Ein anderer Grund war die Entdeckung Amerikas, die den bisher dominierenden Ostsee-Westsee (heute Nordsee)-Handel nun in überseeische Gebiete ausdehnte. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zurück, es entstanden jedoch mächtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse für die einzelnen Städte - und Kaufleute - schwächten. Schon 1441 musste die Hanse im Frieden von Kopenhagen (1441) die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederländer anerkennen, nachdem Brügge als wichtigstem Kontor der Hanse mit Antwerpen ein mächtiger Konkurrent erwachsen war und sich die Niederlande zusätzlich mit den Dänen als den „Herren des Sunds“ verbündet hatten. Zudem entstand Uneinigkeit zwischen den Städten über den Umgang mit den Niederländern: Während die wendischen Städte durch das Erstarken des holländischen Handels stärker bedroht waren und zu einer unversöhnlichen Politik drängten, konnten der Deutsche Ritterorden, Köln und die livländischen Städte ihren eigenen Interessen entsprechend mit einer konzilianteren Politik besser leben.

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